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Wie eine Saturn-Angestellte den Lockdown erlebte

Im Burgenland eingebunkert, aber Betriebsrat und Gewerkschaft waren durchgehend zur Stelle

Marina Pisarevec in ihrem Haus im Burgenland
Marina Pisarevec in ihrem Haus im Burgenland

„Schock, Verwirrung, Panik, Angst, Ratlosigkeit“, es war von allem etwas, erinnert sich Marina Pisarevec an diesen ominösen Tag Mitte März, als die Regierung die Schließung aller „nicht systemrelevanten“ Geschäfte des Landes verkündete. Pisarevec verfolgte in der TV-Abteilung der Saturnfiliale in der Shoppingcity Süd gemeinsam mit ihren KollegInnen die Übertragung der Regierungspressekonferenz. Die nächsten Stunden sind irgendwie „wie im Film“ verlaufen, so richtig erinnern kann – oder will – sie sich nicht.

Hunderttausenden im Handel und anderen Betrieben ging es ähnlich. Wer es bis zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht glauben wollte, für den wurde es nun Gewissheit: Das Virus ist da, es hat sozusagen das Kommando übernommen. Was Pisarevec und ihre KollegInnen zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Eine andere Frau war hinter den Kulissen schon höchst aktiv – und zwar Betriebsrätin Claudia Malecek, die im vergangenen Juli zur ersten Betriebsrätin in einer Saturnfiliale gewählt wurde.

Eingebunkert im Burgenland

Marina Pisarevec hat sich nach der Schließung des Geschäfts gleich im heimatlichen Burgenland eingebunkert, wie sie erzählt, ausgestattet mit dem Hamstereinkauf ihres Partners. In die ersten Informationen über Zukunftsaussichten, die sie von Betriebsrätin Malecek erhielt, mischten sich mit Angstgefühlen – um die Mutter, die in einem Lebensmittelgeschäft arbeitet, den Vater, der in einem Logistikunternehmen unabkömmlich war, und den Bruder. Kein persönlicher Kontakt, keine Umarmungen. „Da sind dann schon einige Tränen geflossen.“

„Da sind dann schon einige Tränen geflossen.“

Kurzarbeit in Verhandlung

Während Betriebsrätin Malecek gemeinsam mit der Gewerkschaft GPA-djp mit der Geschäftsführung die Kurzarbeit aushandelte, waren die KollegInnen von Saturn in engstem Kontakt, eine WhatsApp-Gruppe wurde eingerichtet. Über den Kontakt zur Betriebsrätin erzählt Pisarevec: “Die Claudia hat mich immer genauestens informiert und ich habe alles weitergegeben.“ Zuhause hat sie begonnen, „Kasteln auszuräumen und neu einzuschlichten“ und die Fenster zu putzen. Dazwischen kamen immer wieder Anrufe – „die Informationen von der Claudia“, erzählt Pisarevec. Irgendwie sei das Ganze unwirklich gewesen, wie ein Traum: „Es konnte sich doch niemand vorstellen, dass es das einmal geben wird.“

Die Rückkehr am 2. Mai war dann wieder Realität angesagt. Pisarevec und ihre KollegInnen hatten es geschafft. So wie die KollegInnen von Saturn in der Shopping City Süd werden in Österreich Zigtausende von ihren BetriebsrätInnen, PersonalvertretInnen und JugendvertrauensrätInnen informiert, vertreten, beraten und betreut. Unterstützt werden diese von den zuständigen Gewerkschaften und dem ÖGB, der unter anderem die Kurzarbeit für 1,3 Millionen Menschen in Österreich ausgehandelt hat.

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