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Laut Nationalbank ist der Reichtum der Reichen konstant hoch. Eine breite Mittelschicht gibt es in Österreich nicht. Quelle: OeNB, HFCS 2017, eigene Darstellung A&W Blog

Vermögen

Laut Nationalbank ist der Reichtum der Reichen konstant hoch. Eine breite Mittelschicht gibt es in Österreich nicht.

Das reichste Prozent der Haushalte in Österreich besitzt fast ein Viertel des Vermögens, die obersten 10 Prozent haben mehr als die restlichen 90 Prozent der Bevölkerung gemeinsam. Die Vermögensungleichheit bleibt damit seit Jahren auf konstant hohem Niveau und zählt zu den höchsten in ganz Europa. Das zeigt der Household Finance and Consumption Survey (HFCS 2017) der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Ausführlich berichten darüber die AK-ExpertInnen Matthias Schnetzer, Julia Hofmann und Michael Ertl am A&W-Blog: https://awblog.at/vermoegensverteilung-oesterreich/ Die wichtigsten Punkte daraus:

Vermögen sehr ungleich verteilt

Die Vermögensungleichheit ist viel höher als ursprünglich angenommen und die hohe Ungleichheit ändert sich über die Jahre hinweg kaum. Der Anteil des reichsten Prozents am gesamten Vermögen bleibt bei fast einem Viertel konstant hoch, während sich die unteren 50 Prozent gemeinsam nicht einmal 4 Prozent des Vermögens teilen.

Die hohe Ungleichheit bei privaten Vermögen ist allerdings noch unterschätzt, denn superreiche Haushalte findet man in den HFCS-Daten keine. Diese kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht in die zufällig gezogene Stichprobe und haben auch eine höhere Tendenz der Teilnahmeverweigerung.

Haushalte von UnternehmerInnen (Median: 254.000 €) und LandwirtInnen (896.500 €) haben deutlich höhere Vermögen als etwa Angestellte (82.400 €), ArbeiterInnen (34.400 €) oder Arbeitslose (3.100 €).

Die Mittelschicht gibt es nicht

Eine breite Mittelschicht sucht man in der Vermögensverteilung vergeblich. Das in Österreich von der Einkommensverteilung geprägte Bild einer Mittelschichtsgesellschaft entspricht mit Blick auf die Vermögen nicht den Tatsachen. Die reichsten 10 Prozent haben mehr als die restlichen 90 Prozent und die Hälfte der Bevölkerung hat weniger als 83.000 Euro Nettovermögen.

Hohe Ungleichheit wird über Generationen vererbt

Hohe Vermögen ermöglichen einigen Wenigen erhebliche Startvorteile gegenüber der breiten Bevölkerung. Diese Vorteile werden über Generationen hinweg weitervererbt und einzementiert. Die neuen Ergebnisse des HFCS 2017 zeigen eindrücklich, dass Erbschaften noch deutlich ungleicher verteilt sind als Vermögen insgesamt. Nur etwa zwei Fünftel der Haushalte in Österreich haben (bisher) eine Erbschaft erhalten. Die meisten davon haben nichts Nennenswertes, einige wenige aber haben sehr viel Vermögen geerbt.

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