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Familienbonus: Ungleiche Chancen

Eine Alternative zum Familienbonus wäre der Ausbau der Kinderbetreuung. Das führt zu gleichen Startchancen für alle Kinder und besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Seit 1. Jänner gilt der „Familienbonus Plus“, ein steuerlicher Absetzbetrag. Er reduziert die Steuerlast um maximal 1.500 Euro pro Kind und Jahr. Ab dem 18. Geburtstag des Kindes höchstens um 500 Euro. Aber nicht alle Familien werden in den Genuss dieser Steuerentlastung kommen. Denn die Höhe des Familienbonus hängt vom Einkommen hat: Wer mehr hat, bekommt mehr. Voll ausgeschöpft werden kann der Bonus nämlich erst ab einem Bruttoeinkommen von 1.700 Euro. Wer weniger verdient, profitiert nur teilweise. AlleinverdienerInnen und AlleinerzieherInnen mit niedrigen Einkommen erhalten nur einen Minimalbetrag von 250 Euro pro Jahr. Vollkommen leer gehen jene aus, die mehr als 330 Tage im Jahr Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder Mindestsicherung bezogen haben.

„Es ist traurig, dass Familien, vor allem AlleinerzieherInnen, die jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen, von dem Bonus ausgeschlossen sind oder nur einen minimalen Betrag erhalten. Eine Steuerentlastung für Eltern sollte dazu führen, die Lebenssituation aller Kinder zu verbessern“ kritisiert Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende. Vom Familienbonus werden aber insbesondere jene Kinder ausgeschlossen, die die finanzielle Unterstützung am dringendsten brauchen. Der zentrale Zweck von Familienleistungen, nämlich gleiche Startchancen zu ermöglichen und Armut zu vermeiden, wird nicht erfüllt.

Statt Familienbonus mögliche Zukunftsinvestitionen

Mit den 1,2 Milliarden Euro, die für den Steuerbonus aufgewendet werden, hätten folgende Maßnahmen finanziert werden können.

Alternative I: Kindergärten ausbauen

  • Top-Kleinkind-Betreuung in ganz Österreich: durch 37.000 neue Plätze für Frühförderung.
  • Echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie: flächendeckende, ganztägig und ganzjährig geöffnete Kindergärten für alle 237.000 dort betreuten Kinder.
  • Echte Bildungseinrichtungen: eine zusätzliche pädagogische Fachkraft jeden Vormittag in allen Gruppen aller Krippen und Kindergärten.
  • Zweites kostenloses Kindergartenjahr für alle.
  • + 10 Prozent Lohnerhöhung für die in der Kinderbildung Beschäftigten

Das würde allen Kindern die gleichen Startchancen ermöglichen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hätte drastisch verbessert werden können genauso wie die Chancengerechtigkeit im Bildungssystem.

Alternative II: Plus 72 Euro Familienbeihilfe pro Monat

Auch eine Anhebung der Familienbeihilfe um rund 860 Euro pro Kind und Jahr wäre transparenter und verteilungspolitisch sinnvoller gewesen als der Familienbonus.


Mehr Information zum Familienbonus

Familienbonus für Gutverdienende

Familienbonus benachteiligt Frauen

Arbeiterkammer

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