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Gewalt hat viele Gesichter

Man unterscheidet verschiedene Formen von Gewalt: körperliche, psychische und sexuelle Gewalt.

Was Gewalt wirklich ist, lässt sich schwer beantworten. Sie hat viele Gesichter. Viele Menschen denken bei diesem Thema zuerst immer an das „Offensichtlichste“, wie etwa dass jemand geschlagen wird oder sichtbare körperliche Verletzungen hat. Doch ein gewaltvoller Umgang zeigt sich nicht immer mit Blutergüssen, Prellungen und Schwellungen. Man unterscheidet verschiedene Formen von Gewalt: Körperliche Gewalt, psychische Gewalt (Mobbing, Bossing, …) und sexualisierte Gewalt. Oft treten verschiedene Formen von Gewalt auch gemeinsam auf.

Formen von Gewalt

Psychische (oder emotionale) Gewalt ist teils schwer fassbar, da seelische Wunden im Gegensatz zu körperlichen nicht sichtbar sind. Dazu zählen u.a. verbale Beleidigungen, Beschimpfungen, Unter-Druck-Setzen, Erpressung, Bedrohen, Einschüchtern und absichtliches Ignorieren.

Beispiel für psychische Gewalt am Arbeitsplatz:

Maria wurde als Spezialistin für Telemarketing in einem großen Konzern angestellt. Sie war sehr engagiert in ihrem Tätigkeitsbereich. In Absprache mit ihrem Vorgesetzten war sie bereit, Mehrarbeit zu übernehmen und viele Überstunden zu leisten, was von ihren KollegInnen nicht gerne gesehen wurde. Kurz nach ihrer Einstellung begannen die Gemeinheiten. Gerüchte über Maria wurden verbreitet und wichtige Informationen wurden ihr nicht weitergegeben.

Um körperliche Gewalt handelt es sich nicht erst bei Handlungen, die zu sichtbaren Verletzungen führen! Beispiele für körperliche Gewalt sind u.a. wegstoßen, gegen die Wand drücken, körperliches Bedrängen, gegen den eigenen Willen festgehalten werden, schlagen und beißen.

Beispiel für körperliche Gewalt am Arbeitsplatz:

Der 35-jährige Josef ist Zugbegleiter bei einem großen Verkehrsunternehmen. Zu seinem Aufgabenbereich zählt u.a. auch das Kontrollieren von Tickets der Fahrgäste. Bei einer Routinekontrolle wurde der Zugbegleiter von zwei Fahrgästen, die keinen Fahrschein hatten, bespuckt und beschimpft. Bevor noch die zu Hilfe gerufene Polizei kam, wurde der Zugbegleiter von den beiden Reisenden zu Boden gerissen und am Kopf und Körper schwer verletzt.

Mit sexueller Gewalt ist jedes Verhalten gemeint, dass die eigenen Grenzen im Bereich der Sexualität übersteigt. Hält sich jemand nicht an ein „Nein“, egal ob es sich um Berührungen, Blicke oder anzügliche Bemerkungen hält, handelt es sich um den Beginn von sexueller Gewalt.

Beispiel für sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Zwei Jahre lang wurde Anna von ihrem Kollegen mit unerwünschten Kommentaren sexuellen Inhalts und ständigem Zeigen von freizügigen Fotos bedrängt und sexuell belästigt.

Wo liegen die Ursachen für Gewalt?

Die Ursachen von Belästigung und Gewalt im Betrieb liegen zu einem großen Teil in der Arbeitsorganisation. Zunehmende Belastungen durch Konkurrenzdruck, knappe Personalressourcen, überlange Arbeitszeiten, Angst um den Arbeitsplatz sowie fehlende Kommunikation erhöhen das Risiko für Gewaltvorkommnisse. Eine weitere Ursache besteht darin, dass weder Konfliktpotential noch Gewalt als solche erkannt werden.

Folgen von Gewalt

Gewalt beeinträchtigt die Würde sowie die Gesundheit von Menschen. Bereits kleinere, psychische Gewalthandlungen, wie etwas das Anschreien eines Mitarbeiters vor anderen KollegInnen können massive Auswirkungen auf den Körper haben (z.B.: Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme). Neben körperlichen Schäden sind es auch seelische Verletzungen, die Gewalterfahrungen mit sich ziehen. Die Folgen sind meist langfristig und fatal. Viele Opfer schlittern ins Burn-Out, manche müssen ganz aus dem Berufsleben aussteigen.

Mehr Informationen:
Broschüre "Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz"
vida-Initiative "Tatort Arbeitsplatz"

Verwandete Beiträge:
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Interview: "Von großer Unsicherheit geprägt"
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