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Gewalt im Job

Betroffene unterstützen - Betriebe müssen Maßnahmen setzen

Weltweit nimmt Gewalt am Arbeitsplatz zu. Kein Wunder, schließlich setzt der steigende Wettbewerb die Menschen immer mehr unter Druck. Dabei sind Formen von Gewalt im Job unterschiedlich, sie reichen von Beleidigungen über Mobbing bis hin zu körperlichen Übergriffen. Die Folgen für Gewaltopfer sind meist verheerend und reichen von Krankenständen oder Burn Out bis hin zum Berufsausstieg.

Laut einer Eurofound-Studie waren knapp 20 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher in ihrem Arbeitsleben bereits mehr als einmal mit „negativem Sozialverhalten“ am Arbeitsplatz konfrontiert. Der ÖGB Burgenland hat vergangenes Jahr in einer Erhebung festgestellt, dass 22 Prozent schon einmal von verbaler Gewalt (Herumschreien, Einschüchterungen) betroffen waren, 13 Prozent mussten Beschimpfungen und Beleidigungen persönlich erleben und ein Prozent hat schon körperliche Gewalt in der Arbeit erlebt.

VerursacherInnen von Gewalt

Gewalt am Arbeitsplatz kann innerhalb der Belegschaft geschehen, also unter KollegInnen aber auch durch KundInnen oder PatientInnen. Von Vorgesetzten geht Gewalt dort aus, wo Abhängigkeiten bestehen. Die Branchen, in denen Beschäftigte am häufigsten mit Gewalt konfrontiert sind, betreffen den Dienstleistungssektor: öffentlicher Verkehr, Gastronomie und ganz stark in Gesundheits- und Pflegeberufen. Hier berichten Betroffene von körperlichen Übergriffen, verbalen Attacken und Anzüglichkeiten, die meist von PatientInnen und deren Angehörigen ausgehen. Im Handel und öffentlichen Dienst kommt Gewalt oft von KundInnen.    

Besser mit Betriebsrat

Gewalt, Mobbing und (sexuelle Belästigung) dürfen nicht toleriert werden. Die ÖGB-Frauen fordern, dass innerhalb der Betriebe Maßnahmen gesetzt werden, um Betroffene zu unterstützen. Dazu zählen unter anderem Mobbingpräventionsmaßnahmen, der Einsatz von KonfliktlotsInnen und MediatorInnen sowie die Schaffung einer Konfliktbewältigungskultur unter Einbeziehung der Belegschaftsvertretung. Dass die Zusammenarbeit mit Betriebsräten zu einem positiven Klima beitragen kann, beweisen auch die Ergebnisse der IFES-Umfrage im Auftrag des ÖGB Burgenland. 62 Prozent der MitarbeiterInnen von Unternehmen mit Betriebsrat gaben an, noch nie persönliche Gewalterfahrungen erlebt zu haben. In Firmen ohne Betriebsrat waren es nur 37 Prozent. 

Mehr Informationen:

Eurofound-Studie: Gewalt und Belästigung am Arbeitsmarkt in Europa: Umfang, Auswirkungen und Gegenmaßnahmen
Broschüre: Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz

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