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ÜBA-Leben

Gewerkschaftsjugend gegen Kürzung der Ausbildungsbeihilfe

Die Kürzung der Ausbildungsbeihilfe für über-18jährige Lehrlinge in einer überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) stößt in der Gewerkschaftsjugend weiter auf Widerstand. ÜBA-Lehrlinge und GewerkschafterInnen protestierten am 23. Mai lauthals vor dem Sozialministerium in Wien. „Wir kämpfen hier stellvertretend für die vielen Lehrlinge, die eine überbetriebliche Lehrausbildung absolvieren und auf deren Rücken die Bundesregierung jetzt ihr Budget sanieren will“, kritisiert Mario Drapela, stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ).

Geld zu streichen, bringt keine neuen Lehrstellen

Die Ausbildungsbeihilfe in der überbetrieblichen Lehrausbildung ist das Gegenstück zur Lehrlingsentschädigung in den Betrieben. Für Jugendliche über 18 Jahre, die eine überbetriebliche Ausbildungseinrichtung besuchen, wird diese ab 1. September 2018 in den ersten zwei Lehrjahren von 753 auf 325,80 Euro monatlich gekürzt. Im Gegenzug will die Regierung wieder mehr Jugendliche in Betriebe vermitteln. „Aber Jugendlichen in der überbetrieblichen Ausbildung Geld zu streichen, wird nicht dazu führen, dass sie morgen eine Lehrstelle in einem Betrieb finden. Im Durchschnitt verdienen sie dort ohnehin schon weniger, als sie bei einer Ausbildung in einem Betrieb bekommen würden“, warnt Sascha Ernszt, Vorsitzender der ÖGJ.

Wir brauchen Perspektiven für Lehrlinge

Armina Pramenkovic, stellvertretende ÖGJ-Vorsitzende hat selbst in einer ÜBA gelernt und weiß, wie schwierig es ist mit wenig auszukommen: “Der Gedanke, dass sich viele meiner KollegInnen keine eigene Wohnung mehr leisten und sich keine stabile finanzielle Zukunft aufbauen können, ist erschreckend. Wir brauchen Perspektiven für die Lehrlinge in der ÜBA durch finanzielle Absicherung und laufende Qualitätsverbesserung der Ausbildung mit besserer Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt.“

Betriebe müssen wieder mehr ausbilden

Sasche Ernst fordert: „Bevor hier der Sparstift angesetzt wird, sollten sich die Zuständigen genau überlegen, wie sie junge Menschen besser in Betriebe vermitteln können. Dazu braucht es wieder mehr Betriebe, die dazu bereit sind, sich die eigenen Fachkräfte auszubilden.“ In den letzten zehn Jahren sind rund 10.000 Ausbildungsbetriebe verloren gegangen. Gab es 2006 noch 37.783 Betriebe, die Lehrlinge ausgebildet haben, so sind es 2016 nur mehr 28.204, das sind ein Viertel weniger Ausbildungsbetriebe. „Unternehmen müssen mit der Ausbildung von Fachkräften gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und qualitativ hochwertig ausbilden! Nur jammern bringt uns hier nicht weiter!“, so der ÖGJ-Vorsitzende.

Die Gewerkschaftsjugend fordert:

  • die sofortige Rücknahme der Kürzung der Ausbildungsbeihilfe für Über-18-Jährige.
  • eine Angleichung der Ausbildungsbeihilfe für alle in überbetrieblicher Ausbildung an die Lehrlingsentschädigung des jeweiligen Lehrberufs.
  • ein klares Bekenntnis der Bunderegierung zur Überbetrieblichen Ausbildung, solange es nicht für jeden Jugendlichen einen geeigneten Lehrplatz gibt.
  • ein Konzept der Bundesregierung wie Jugendliche schneller in Betriebe vermittelt werden können.
     

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