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Der ÖGB hilft

In Arabisch, Bulgarisch, Kurdisch, Rumänisch und Türkisch

Cristian (Name v. d. Red. geändert) kommt aus Rumänien. Seit etwa drei Jahren ist er in Österreich und arbeitet als Bauarbeiter. Seinen letzten Job hat er gekündigt, weil ihm sein Lohn und die geleisteten Überstunden nicht ausbezahlt wurden. Da er nicht gut Deutsch spricht, wandte er sich an die muttersprachliche Rechtsberatung des ÖGB. Sie ist Anlaufstelle für Menschen, die hier arbeiten oder Arbeit suchen, die deutsche Sprache nicht beherrschen und Unterstützung benötigen. „Die Betroffenen schätzen die kostenlose Beratung sehr, da sie oft nicht wissen, welche Ansprüche ihnen zustehen und wie sie diese geltend machen können“, sagt Marina Emektas, Rechtsberaterin für Arabisch sprechende Menschen.

Keine Einzelfälle

Mangelnde Sprachkenntnisse sind im Arbeitsleben oft ein Hindernis. Das Beratungsteam des ÖGB berät ArbeitnehmerInnen auf Arabisch, Bulgarisch, Kurdisch, Rumänisch und Türkisch. Die häufigsten Anliegen betreffen die Sozialversicherung, Pensionsansprüche, Lohndumping und nicht bezahlte Löhne und Überstunden. Der Großteil arbeitet im Pflegebereich oder in der Baubranche – so wie Cristian. „Insgesamt war er in drei Firmen beschäftigt, bei der letzten wurde er nicht korrekt entlohnt und auch mit der Sozialversicherung gab es Probleme“, erzählt Radu Plamadeala. Er ist zuständig für alle Beschäftigten aus Rumänien. Milena Paneva, muttersprachliche Beraterin für Bulgarisch, betont, dass das kein Einzelfall ist: „Viele arbeiten Vollzeit und werden als geringfügig angemeldet. Das macht einen gewaltigen Unterschied für Pensionszeiten.“

Mit Rat und Tat zur Seite

Das Beratungsteam gibt Auskunft über die Ansprüche und informiert, an wen sich Betroffene mit ihren Anliegen wenden können. Ebenso helfen sie beim Ausfüllen von Anträgen. Der erste Schritt in Cristians Fall war, ihn zur Gebietskrankenkasse zu begleiten, um alle notwendigen Dokumente zu besorgen. Diese wurden an die Arbeiterkammer weitergeleitet, die daraufhin seine offenen Ansprüche an den Arbeitgeber übermittelte. Da dieser nicht reagierte, begleitete der Rechtsberater Cristian zu einem Rechtsanwalt. Es stellte sich heraus, dass der Arbeitgeber bereits Konkurs angemeldet hatte – also half Plamadeala dabei, Anträge auf Rechtsund Insolvenzschutz auszufüllen. Ob Cristian die Entlohnung erhält, die ihm zusteht, entscheidet nun das Arbeitsund Sozialgericht.

Zahl der Beratungen steigt

Lohndumping ist in der Bauindustrie, aber auch im Pflege- und Dienstleistungsbereich keine Seltenheit. Ebenso stellen sogenannte „Scheinfirmen“ ein Problem dar. Cristian scheint Opfer einer solchen geworden zu sein. „Mit unserer Arbeit versuchen wir, solchen Unternehmen Lohndumping und die Ausbeutung von ArbeitnehmerInnen zu erschweren“, so Paneva. „Viele Betroffene haben Existenzängste und wissen nicht, wie sie ihre Miete bezahlen sollen.“ Die muttersprachliche Beratung wird von immer mehr Menschen in Anspruch genommen, berichtet Azem Olcay, der Türkisch und Kurdisch sprechende Beschäftigte betreut: „2014 habe ich 1.027 Beratungen durchgeführt, 2017 waren es schon 1.469.“

Kontakt

Mehr Infos unter 01/534 44- 39100 oder service@oegb.at. Außerdem finden Sie online unter www.mitgliederservice.at im Menüpunkt „Unterstützungen“ die Kontaktdaten der muttersprachlichen BeraterInnen in Ihrem Bundesland.
 

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