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Nebenjob

Geringfügig arbeiten, heißt nicht mehr als € 438,05 im Monat

Viele verdienen sich im Nebenjob mit einer geringfügigen Beschäftigung ein bisschen Geld dazu. Nicht immer ist dabei klar, wie viele Stunden gearbeitet werden müssen und welche Rechte ArbeitnehmerInnen haben. Grundsätzlich gilt: Wer ein normales Dienstverhältnis hat, dem/der stehen alle Vorteile des Arbeitsrechts und des Kollektivvertrags zu, auch wenn es eine geringfügige Beschäftigung ist.

Arbeitsvertrag

Auch geringfügig Beschäftigten muss der Arbeitgeber einen Dienstzettel aushändigen, wie jedem/r anderen ArbeitnehmerIn auch. Dieser enthält unter anderem Angaben zur Arbeitszeit, zur Verteilung der Arbeitsstunden, zum Arbeitsort, zum gültigen Kollektivvertrag, zur Einstufung, zur Entlohnung und zum Urlaubsausmaß. Bei anderen Dienstverhältnissen wie einem freien Dienstvertrag oder einem Werkvertrag gelten andere Regelungen.

Wie viele Stunden müssen gearbeitet werden?

Geringfügig beschäftigt zu sein, heißt nichts anderes, als nicht mehr als 438,05 Euro (Stand 2018) monatlich zu verdienen. Eine bestimmte Anzahl an Arbeitsstunden ist damit nicht verbunden. Wie viele Stunden pro Woche gearbeitet werden müssen, hängt vom gültigen Kollektivvertrag der Branche, der Einstufung und dem damit verbundenen Entgelt ab. Das liegt, dass die Mindestgehälter für Vollzeitstellen in den einzelnen Branchen unterschiedlich hoch sind.

Urlaub und Feiertage

Wie alle anderen ArbeitnehmerInnen auch haben geringfügig Beschäftigte Anspruch auf fünf Wochen Urlaub pro Arbeitsjahr. Wird bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen nur an einzelnen Tagen pro Woche gearbeitet, ist zu beachten, dass bei einem Tag Urlaub eine Urlaubswoche verbraucht wird. Das heißt: Wenn Sie immer samstags in einem Supermarkt an der Kassa arbeiten, können Sie sich insgesamt an fünf Samstagen Urlaub nehmen. Der Urlaub ist, wie sonst auch, mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren. Entfällt ein Arbeitstag, weil er auf einen Feiertag fällt, gebührt trotzdem das Entgelt (Feiertagsentgelt). Eine „Einarbeitungspflicht“ besteht nicht.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Grundsätzlich gilt auch für geringfügig Beschäftigte der jeweilige Kollektivvertrag der Branche, sofern sie nicht davon ausgenommen sind. Sie haben daher Anspruch auf Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Überstundenzuschläge. Andere Bestimmungen des Kollektivvertrags wie beispielsweise Kündigungsbestimmungen oder die Anrechnung von Karenzzeiten gelten ebenfalls für geringfügig Beschäftigte.

Versicherung

Geringfügig Beschäftigte sind weder kranken- noch pensionsversichert – außer sie bezahlen selbst dafür. Dazu müssen sie einen Antrag (Opting in) bei der Krankenkasse stellen. Dieser kann nur für Pensions- und Krankenversicherung gemeinsam gestellt werden. Sie sind dann in der Krankenversicherung pflichtversichert und erwerben in der Pensionsversicherung Zeiten der freiwilligen Weiterversicherung. Der Beitrag pro Monat beträgt € 61,83.

Mehrere (geringfügige) Beschäftigungen

Eine geringfügige Beschäftigung ist nicht versicherungspflichtig. Liegen aber zwei oder mehrere (geringfügige) Beschäftigungen vor und überschreitet das Entgelt insgesamt die 438,05 Euro, sind in jedem Fall Beiträge zur Kranken- und Pensionsversicherung zu zahlen. Die Krankenkasse schreibt diese am Jahresende automatisch vor. Zu empfehlen ist daher, sich das Geld schon während des Jahres zur Seite zu legen.

Eine ausführliche Beratung zu Ihrem Arbeitsverhältnis erhalten Sie bei Ihrer Gewerkschaft.

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