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Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer

Unbezahlte Arbeit wird hingegen nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet

Wer räumt den Geschirrspüler ein? Wer holt die Kinder ab? Wer kümmert sich um die Oma? Diese unbezahlte Arbeit leisten deutlich öfter Frauen als Männer. Laut einer aktuellen Zeitverwendungsstudie der WU Wien arbeiten erwerbstätige Frauen in Österreich im Schnitt zusätzlich 27 Stunden in der Woche unbezahlt, Männer hingegen nur 16 Stunden

Kinderbetreuung ausbauen 

Frauen müssen daher bei der bezahlten Erwerbsarbeit zurückstecken, und das hat oft negative Auswirkungen auf Gesundheit, soziale Absicherung und Karrierechancen. Insgesamt arbeiten 47 Prozent der Frauen in Österreich in Teilzeit. Das ist einer der höchsten Werte in der EU – der Durchschnitt der EU-Mitgliedstaaten liegt bei nur 32 Prozent. Das führt dazu, dass viele Frauen im Alter finanziell vom Partner abhängig und viel häufiger von Altersarmut betroffen sind. Um hier aktiv gegenzusteuern und mehr Vollzeitarbeit für Frauen zu ermöglichen, fordert ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann einen Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Kinderbildungsplatz für jedes Kind ab dem 1. Lebensjahr und einen Ausbau der Betreuungsangebote

Die gläserne Decke 

Die Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau bei gleichwertiger Arbeit sind in Österreich ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Frauen verdienen zwar heute deutlich mehr als noch vor zehn Jahren, allerdings immer noch rund 20 Prozent weniger als Männer. Damit haben Frauen in Österreich jährlich rund 10.000 Euro weniger im Geldbörsel. Gleichzeitig sind Vorstände börsennotierter Unternehmen in Österreich nach wie vor fest in Männerhand. Von insgesamt 205 Vorstandsmitgliedern sind nur 15 weiblich, der Anteil liegt also immer noch deutlich unter 10 Prozent. Der ÖGB fordert gerade in Zeiten überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit eine Aufstockung des Frauenbudgets. Zumindest 50 Prozent der arbeitsmarkpolitischen Fördermittel sollen Frauen zugutekommen. 

Volle Lohntransparenz 

Viele Frauen wissen gar nicht, dass ihre männlichen Kollegen für gleichwertige Arbeit mehr verdienen und können sich daher gegen diese Diskriminierung nicht wehren. Es braucht daher verpflichtende Einkommensberichte in allen Unternehmen ab 100 ArbeitnehmerInnen, um volle Lohntransparenz zu gewährleisten. Das sei eine Frage der Fairness, unterstreicht ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann. Strukturelle Diskriminierung beginne schon bei der Berufswahl. Junge Mädchen müssen mehr dazu motiviert werden, sich für technische Berufe in hochbezahlten Industrien zu entscheiden – die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Auf der anderen Seite ist es genauso wichtig, dass mehr Männer Berufe im Sozialbereich wie Pflege und Kinderbetreuung übernehmen. 

Väter in die Verantwortung nehmen 

Es braucht Maßnahmen, die einerseits Frauen ermutigen, mehr bezahlter Arbeit nachzugehen, und andererseits Männer ermutigen, mehr unbezahlter Arbeit nachzugehen. Eine Möglichkeit sind Karenzmodelle, die Vätern ermöglichen, mehr Verantwortung in der Kinderbetreuung zu übernehmen. Die ÖGB-Gewerkschaftsfrauen haben als ersten Schritt den Rechtsanspruch auf den Papamonat erkämpft. Der Weg zur wirklichen Gleichberechtigung ist allerdings noch lang. 

 

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