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"Ich hoffe, dass dies bald kein Thema mehr ist"

Rapid-Profi Christopher Dibon über Homosexualität im Fußball

Er ist Innenverteidiger bei Rapid Wien und Spielersprecher in der Österreichischen Bundesliga: Christopher Dibon. Im Gespräch mit der „Solidarität“ erzählt er, wie er den Umgang mit Homosexualität und Homophobie im Fußball erlebt.

ÖFB-Kapitänin Viktoria Schnaderbeck hat im Interview mit der „Solidarität“ ihre männlichen Kollegen aufgerufen, sich als homosexuell zu outen, um damit ein Vorbild für alle anderen zu sein. Was hältst du davon?

Dibon: Die Meinung von Viktoria Schnaderbeck kann ich so nicht teilen. Ich bin der Meinung, es sollten sich jene „outen“, die das auch wirklich wollen. Das ist eine ganz private und persönliche Sache, unabhängig ob jemand in der Öffentlichkeit steht oder nicht. Wenn jemand möchte, dass seine sexuelle Orientierung nach außen getragen wird, soll er das tun, wenn nicht, ist das genauso okay. Nur weil jemand mehr in der Öffentlichkeit steht, sollte er keine Verpflichtung haben, sich zu deklarieren, wenn er homosexuell ist.

Warum gibt es deiner Meinung nach im Männerfußball, anders als bei den Frauen, kaum offen homosexuelle Spieler?

Dibon: Der Profifußball der Männer steht sicherlich immer noch etwas mehr in der Öffentlichkeit als der Frauenfußball. Bedauerlicherweise sind Diskriminierungen nach wie vor immer wieder ein Thema, das wird sicher ein Grund sein, warum sich kaum männliche Fußballer outen. Ich bin selbst gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt und hoffe, dass dies bald kein Thema mehr ist.

Homophobie im Fußball ist leider keine Seltenheit. Auch in der österreichischen Bundesliga gibt es immer wieder homophobe Sprechgesänge oder Banner. Wie stehst du dazu?

Dibon: Die Bundesliga und alle Vereine, darunter natürlich auch wir, unterstützen regelmäßig Aktionen gegen Homophobie. Ich finde das auch positiv, Herkunft oder sexuelle Orientierung darf keine Rolle spielen. So lange es notwendig ist, sind solche Aktionen, die gegen Diskriminierung und Homophobie aufrufen, absolut zu begrüßen.

Kennst du schwule Fußballer? Wenn ja, was glaubst du, warum sie sich nicht outen?

Dibon: Da ich selbst keinen homosexuellen männlichen Fußballer kenne, kann ich die Frage auch nicht seriös beantworten. Aber natürlich liegt die Vermutung nahe, dass es ein Grund ist, den leider immer wieder vorkommenden Diskriminierungen so zu entgehen.

Der einzige offen schwule Fußballer Österreichs, Oliver Egger vom FC Gratkorn, hat im Interview mit der „Solidarität“ gemeint, dass es vor allem die Angst vor Diskriminierung sei, die Spieler davon abhält, sich zu outen. Was muss deiner Meinung nach passieren, damit diese Spieler keine Angst mehr haben müssen?

Dibon: Prinzipiell sehe ich schon eine positive Entwicklung, sprich, es gibt immer mehr Menschen, die ganz offen mit ihrer Homosexualität umgehen und in sehr großen Teilen der Gesellschaft ist das auch kein Thema mehr. Es ist zu hoffen, dass die Gesellschaft immer offener wird, jeder sollte ohne Angst für sich entscheiden können, ob er sich „outen“ möchte oder nicht.

Christopher Dibon ist Mitglied des Spielerpräsidiums in der Vereinigung der Fußballer, der Interessensvertretung aller in Österreich tätigen Amateur- und Profifußballer. Die VdF wurde 1988 unter anderem von Herbert Prohaska, Heribert Weber und dem damaligen ÖGB-Präsident Anton Benya gegründet.

Mehr Informationen:
Die Vereinigung der Fußballer - VdF
Der einzige offen schwule Fußballer Österreichs
Schnaderbeck fordert Fußballer auf, sich zu outen
"Auch wir haben uns homophob beschimpft"

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