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Sexuelle Belästigung im Job

Wo sexuelle Belästigung beginnt und was Betroffene dagegen tun können


Maria T. arbeitet als Teilzeitkraft. Mehrfach wird sie von einem Kollegen sexuell belästigt – durch körperliche Berührungen, anzügliche Witze und Bemerkungen, taxierende Blicke (Ausziehblicke). Bereits beim ersten Vorfall informiert Frau T. ihren Vorgesetzten. Als dieser den besagten Kollegen darauf anspricht, streitet er alles ab und behauptet Frau T. hätte ihn begrabscht. Der Vorgesetzte glaubt ihm.

Die Belästigungen hören nicht auf. Maria T. wendet sich erneut an ihren Vorgesetzten. Anstatt ihr zu helfen, wird sie verwarnt und in weiterer Folge sogar gekündigt. Der Grund: Sie habe den besagten Kollegen sexuell belästigt.

Gesetze allein schützen nicht

Der Fall von Maria T. zeigt, warum es wichtig ist, dass Menschen ihre Rechte kennen und wissen, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen, Diskriminierungen zu beenden. Sexuelle Belästigung liegt vor, wenn ein der sexuellen Sphäre zugehöriges Verhalten gesetzt wird, das die Würde einer Person beeinträchtigt oder für die betroffene Person unerwünscht, unangebracht oder anstößig ist.

Das ist sexuelle Belästigung:

• Poster von Pin-ups am Arbeitsplatz
• Anstarren, taxierende Blicke, anzügliche Witze
• anzügliche Bemerkungen über Figur
• Gespräche, E-Mails, SMS-Nachrichten mit sexuellen Anspielungen
• Körperliche Berührungen

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Aufgrund von Hierarchien und Abhängigkeiten ist sexuelle Belästigung besonders am Arbeitsplatz problematisch. Viele haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren und trauen sich oft nicht, sich gegen Belästigungen oder Diskriminierungen zu wehren. Und das obwohl im Gesetz ganz klar geregelt ist, dass der Arbeitgeber die ArbeitnehmerInnen sowohl vor sexueller Belästigung durch andere ArbeitnehmerInnen als auch durch Kundinnen und Kunden schützen muss.

Wehren Sie sich!

Wenn Sie das Gefühl haben, diskriminiert oder belästigt zu werden, seien Sie nicht ruhig:

• Sprechen sie mit einer Person ihres Vertrauens darüber
• Informieren sie ihren Vorgesetzten
• Sichern sie Beweise – das hilft, sich später an alle Vorfälle zu erinnern
• Holen sie sich Hilfe: beim Betriebsrat, beim Jugendvertrauensrat oder bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft (http://www.gleichbehandlungsanwaltschaft.at)

Tipps, was Betroffene - aber auch BetriebsrätInnen - im Fall von Diskriminierung oder Belästigung tun und wie sie sich wehren, gibt es außerdem in der Rechtsinfo der ÖGB-Frauen „Gleichbehandlung in der Arbeitswelt“.

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