www.mitgliederservice.at

Burn-out

Mittlerweile ist jede/r vierte Beschäftigte Burn-out gefährdet

Eine alleinerziehende Mutter, die Kinder, Haushalt und einen Vollzeitjob jahrelang gut meistert, schafft es eines Morgens nicht mehr aus dem Bett. Das letzte halbe Jahr musste sie die Arbeit für ihre erkrankte Kollegin mit übernehmen. Das war zu viel für sie. Der Körper macht nicht mehr mit, die Kraft fehlt einfach.

Ein Abteilungsleiter, der sich keinen Fehler leisten will, immer ein offenes Ohr für die MitarbeiterInnen hat, auch am Wochenende für ein paar Stunden ins Büro fährt und kein Familientreffen verpasst, bricht eines Tages bei einer Sitzung zusammen.

Diagnose: Burn-out. Und das sind keine Einzelfälle. Die Arbeitswelt verändert sich – vor allem durch die Digitalisierung – rasant, die Belastungen für die Beschäftigten steigen kontinuierlich an, der Druck wird größer. Und viele ArbeitnehmerInnen – egal ob aus der IT-Branche, der Produktion oder dem Handel – bemühen sich, alles richtig und schnell zu machen, übernehmen immer mehr Aufgaben und sind meist auch am Wochenende, an Feiertagen und im Urlaub telefonisch für den/die ChefIn erreichbar. Aber manchmal ist es einfach zu viel. Das belegt auch die steigende Zahl von Beschäftigten, die Burn-out-gefährdet sind. Mittlerweile ist das jede/r Vierte. 

Burn-out vorbeugen

Mit der „Evaluierung psychischer Belastungen“ laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz gibt es ein gesetzlich verankertes Instrument zum Erkennen problematischer Arbeitsbedingungen. Hier ist besonders wichtig, dass Betriebe die Ergebnisse der Evaluierung ernst nehmen. Denn nur gesunde Arbeitsbedingungen ermöglichen ein gesundes Arbeiten. Und zum gesunden Arbeiten zählen neben einer guten Kommunikation, Information und Teamwork auch gut gestaltete Arbeitsabläufe und eine angenehme Arbeitsumgebung.

8 Tipps zur individuellen Burn-out-Prävention

• Berufsleben vom Privatleben so gut wie möglich abgrenzen: die permanente Erreichbarkeit reduzieren.
• Perfektionismus ablegen, individuelle Kompetenzen entwickeln: Erkennen Sie den Unterschied zwischen „Was ist wichtig?“ und „Was ist dringend?“. Lernen Sie, Ihre persönlichen Grenzen zu erkennen und Nein zu sagen.
• Holen Sie sich soziale Unterstützung: Sprechen Sie mit KollegInnen, aber auch mit Freunden und der Familie.
• Planen Sie längere Auszeiten (zwei bis drei Wochen Urlaub).
• Gönnen Sie sich gelegentlich etwas Gutes. Etwas, was Ihnen Spaß und Freude macht, und lernen Sie, bewusst zu entspannen, zum Beispiel beim Wandern oder Yoga.

Mehr zum Thema: http://bit.ly/2tp90pY  

Artikel weiterempfehlen