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"ELGA" erklärt

Fragen und Antworten zur elektronischen Gesundheitsakte ELGA

Was ist ELGA?
Die elektronische Gesundheitsakte ELGA ist ein Informationssystem, das verschiedene Befunde, Medikamentenverschreibungen usw. vernetzt. Jedes Röntgen, jeder Entlassungsbrief ist wie ein Puzzlestein, und mit ELGA kann der behandelnde Arzt die Steine zusammensetzen und sich ein Gesamtbild über den Gesundheitszustand des Patienten machen und ihn entsprechend gut behandeln. Außerdem kann mit ELGA vermieden werden, dass PatientInnen zu Untersuchungen geschickt werden, die bereits durchgeführt wurden. Röntgenbefunde müssen nicht mehr zu jedem Arztbesuch mitgenommen werden. ApothekerInnen können darauf schauen, dass keine Medikamente eingenommen werden, die sich nicht miteinander vertragen. 

Wer hat Zugriff auf die Daten in ELGA?
Nur Berechtigte haben streng kontrolliert Zugriff. Auf der einen Seite können die PatientInnen auf ihre eigenen Befunde zugreifen; auf der anderen Seite ÄrztInnen, Spitäler, Pflegeeinrichtungen und Apotheken, aber nur für einen bestimmten Zeitraum und mit Zustimmung des/der PatientIn. Nicht zugreifen dürfen jedenfalls Arbeitgeber, Behörden, BetriebsärztInnen, AmtsärztInnen und ÄrztInnen von Versicherungen. 

Sind die Daten in ELGA sicher?
Es werden die höchsten Sicherheits- und Verschlüsselungsstandards verwendet. Der Zugriff ist nur mit Stecken der e-Card möglich. Die Daten werden aber auf Hochsicherheits-Servern gespeichert, niemals direkt auf der e-Card.) Außerdem wird jeder einzelne Zugriff protokolliert. Jeder Patient kann also nachschauen, wer seine Daten abgerufen hat. Schon der Zugriffsversuch einer nicht befugten Person wird streng bestraft (Verwaltungsstrafe bis 10.000 Euro, auch Freiheitsstrafe möglich). 

Kann man sich von ELGA abmelden?
Ja. Allerdings überwiegen die Vorteile, wenn man in ELGA bleibt. PatientInnen können sich außerdem nicht nur komplett abmelden, sondern auch einzelne Befunde sperren oder bestimmten ÄrztInnen oder Spitälern den Zugriff pauschal verweigern. Das alles kann jederzeit erfolgen; es besteht also keine Eile, sich bis zu einem Stichtag abzumelden, wenn man von ELGA nicht überzeugt ist. 

Wer hat ab wann Zugriff auf ELGA?
Zunächst wurde ELGA in den Spitälern eingeführt, die meisten arbeiten damit. Seit 2016 können Vertragsärzte, Gruppenpraxen, selbstständige Ambulatorien sowie Apotheken ELGA nutzen.  

Wie kann ich selbst auf ELGA zugreifen?
Die eigenen Gesundheitsdaten sind über www.gesundheit.gv.at abrufbar, zugegriffen wird über eine sichere Internetverbindung. Für den Einstieg ist die Handy-Signatur bzw. die Bürgerkarte notwendig (www.buergerkarte.at). 

Rechnet sich ELGA für das Gesundheitssystem?
ELGA rechnet sich nicht nur gesundheitlich, sondern auch finanziell. Weil Mehrfach-Verschreibungen von Medikamenten und doppelte Befundung wegfallen, spart sich das Gesundheitssystem mehr Geld, als der ELGA-Betrieb kostet. In der Sozialversicherung rechnet man außerdem mit 80 Millionen Euro weniger an jährlichen Verwaltungskosten. Wichtig: Für die PatientInnen ist ELGA kostenlos. 

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